Lakshmi Mittal

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Indischer Unternehmer und Milliardär

Der indische Stahlmagnat Lakshmi N. Mittal, im nordwestindischen Bundesstaat Rajasthan geboren und in bescheidenen Verhältnissen ohne fließend Wasser und Strom aufgewachsen, gehört heute als Vorsitzender des Vorstands von ArcelorMittal zu den reichsten Menschen der Welt. Die Schätzungen um sein Privatvermögen bewegen sich zwischen 25 und 45 Milliarden US$. Mit der Sanierung maroder staatlicher Stahlwerke in Osteuropa legte er den Grundstein für den heute größten Stahlkonzern der Welt. Mittal ist zugleich der erste Industrielle aus einem Schwellenland, der es zum Herrscher über ein weltweites Firmenimperium gebracht hat. Vielleicht hat sein Vater diese Karriere ja vorausgeahnt, als er seinem Sohn den Namen Lakshmi gab – Lakshmi ist die Hindu-Göttin, die für Reichtum, Wohlstand und Weisheit steht.

Lakshmi N. Mittal wurde am 15. Juni 1950 in Sadulpur, Rajasthan, Westindien, geboren. Sein zweiter Vorname (Narayan, laut anderen Quellen Nivas) ist nicht eindeutig geklärt. Mittal stammt aus einer Marwari-Familie, einer kaufmännischen Kaste, die 1960 nach Kolkata übersiedelte. Im Jahre 1971 kaufte Vater Mohan Mittal eine kleine Stahlschmelze; seinen Sohn Lakshmi schickte er zum Studium der Betriebswirtschaftslehre zum St. Xaviers College Kolkata, welches dieser mit einem Bachelor of Commerce abschloss. Lakshmi arbeitete anschließend in der väterlichen Firma und wurde im Jahr 1976 mit der Sanierung eines maroden indonesischen Stahlwerks beauftragt, welches die Familie zuvor für 1,5 Millionen US$ erworben hatte. Lakshmi gelang dies mit beachtlichem Erfolg und die Mittal-Familie investierte weiter; unter anderem in Kasachstan, wo das Karmetwerk zur Privatisierung stand – auf diese Weise wuchs das Mittalsche Stahlwerksimperium schnell.

Mittal konzentrierte sich auf unprofitable, meist staatliche Stahlunternehmen, die er für wenig Geld bekam und sanierte sie. Seine Grundprinzipien dabei: Er lässt nur höherwertiges Eisen einschmelzen und setzt auf kleine Fabriken statt auf große Werke. In der Branche bekannt wird Mittal durch die Übernahme eines Werks in Trinidad und Tobago, das fast eine Million Euro Verlust einfährt – pro Tag. Innerhalb von drei Monaten verdoppelt der Inder die Produktion, ein Jahr später schreibt man schwarze Zahlen.

Mittal investierte unter anderem in Mexiko, Kanada, Irland, Kasachstan, Südafrika und China. In Deutschland übernahm er 1995 die Hamburger Stahlwerke. Durch die Fusion seines inzwischen weltumspannenden Unternehmens Ispat – Sanskrit für „Stahl“ – mit der US-amerikanischen International Steel Group schmiedet Mittal 2004 die weltweite Nummer eins im Stahlgeschäft. Laut den Geschäftszahlen für 2005 machte das Unternehmen über 28 Milliarden US-Dollar Umsatz, der Gewinn betrug 3,4 Milliarden. 227.000 Menschen arbeiteten in jenem Jahr bei Mittal Steel. Um sein Firmenimperium zu leiten, legt Mittal jedes Jahr mehr als 350.000 Flugmeilen zurück.

Nicht alle Übernahmen waren unumstritten: 2002 gerät Mittal, der seit Mitte der 90er-Jahre in London lebt, kurzzeitig unter Bestechungsverdacht. Er hatte Tony Blairs Labour-Party mit einer 125.000-Pfund-Spende bedacht; kurz davor hatte sich der britische Premier persönlich dafür eingesetzt, dass das größte Stahlwerk Rumäniens an Mittal verkauft wurde.

Mehr als 90 Prozent der Aktienanteile waren stets in Familienbesitz. Mittal Steel hat seinen Sitz in Rotterdam, wird aber vom Berkeley Square in London durch Lakshmi Mittal und dessen Sohn Aditya geleitet. Mittals größter Konkurrent Arcelor wurde in den Jahren 2006 bis 2007 durch feindliche Übernahme erworben; das Ende der Mittal Steel Company in ihrer bisherigen Form war damit besiegelt. Beide Unternehmen fusionierten zu ArcelorMittal. Lakshmi Mittal ist seit Ende 2006 Vorsitzender des Vorstands.

Lakshmi Mittal ist Mitglied des Foreign Investment Council Kasachstan und International Investment Council Südafrika. Ferner ist er Mitglied im Exekutivkommitee des International Iron & Steel Institute. Er ist einer der Direktoren der indischen ICICI Bank Limited und sitzt im Verwaltungsrat der Kellogg School of Management in den Vereinigten Staaten.

Mittal lebt in Kensington Palace Gardens, London. Mit seiner Ehefrau Usha hat er neben Sohn Aditya eine Tochter, Vanisha. Die Hochzeit seiner Tochter mit dem 25-jährigen Amit Bhatia, einem Londoner Finanzmagnaten, kostete angeblich etwa 64 Millionen Dollar. Das Fest wurde im Jahr 2004 in Frankreich unter anderem in den Schlössern von Versailles gefeiert und dauerte fast eine Woche.

2008 wurde Lakshmi Mittal der Padma Vibhushan verliehen.

(Quellen: Wikipedia, Das Parlament)

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