Eminem

eminem

Foto: AP Archiv

US-amerikanischer Rapper und Produzent

Eminem (auch Slim Shady) ist der erfolgreichste weiße Rapper der Musikindustrie. Der Grammy- und Oscar-Preisträger und Vater von drei Kindern hatte seinen Durchbruch Ende der 1990er Jahre mit seinem ersten Album „Slim Shady“ und der daraus ausgekoppelten Single „My Name Is“. Seine schonungslosen Texte sind heftig umstritten. Sie sprechen Millionen von Jugendlichen an; die Öffentlichkeit bringt er damit immer wieder gegen sich auf. Aufgrund gewaltverherrlichender Textinhalte wurde Eminem häufiger starker Kritik ausgesetzt, die bis zu Boykottaufrufen von Politikern und Elternverbänden und Demonstration von Schwulen- und Lesben-Verbänden vor Konzerten reichten. Der Name Eminem ergibt sich aus der Aussprache der Initialen seines bürgerliche Namens Marshall Bruce Mathers III, „M & M“ (gesprochen: „M and M“, „M ’n‘ M“, „Em(i)nem“).

Eminem alias Marshall Bruce Mathers III wurde am 17. Oktober 1972 in St. Joseph bei Kansas City, Kansas, geboren. Er wuchs in Detroit in der Vorstadtgemeinde Warren als Weißer in einem überwiegend von Afro-Amerikanern bewohnten Gebiet auf. Seine Eltern Marshall Bruce Mathers II und Deborah „Debbie“ Briggs heirateten 1972. Der Vater verließ die Familie jedoch, als Eminem drei Monate alt war. Seine bei der Geburt erst 17 Jahre alte Mutter war nach Aussage Eminems drogenabhängig und gewalttätig. Sein Onkel Ronnie, der nur wenige Monate älter als Eminem war, begeisterte ihn für den Rap. Vor allem die Beastie Boys und N.W.A. wurden zu seinen musikalischen Vorbildern. Eminem besuchte eine Schule nach der anderen, fand keine Freunde und galt als brutaler Schläger. Im Alter von 15 Jahren lernte er seine spätere Frau Kimberley Ann Scott, genannt Kim, kennen.

Schon während der Highschool nahm Eminem erste Demo-Tapes auf. Nach der neunten Klasse verließ er allerdings die Schule und hielt sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser. Er wechselte häufig seine Wohnung, meist, weil er die Miete nicht bezahlen konnte. Schliesslich schloss er sich den Gruppen „Basement Productions“ und „New Jacks“ an. Später rief er das Rap-Duo „Soul Intent“ ins Leben. Der Erfolg blieb allerdings aus – Eminems Tapes interessierten selbst auf der Straße niemanden.

Nach Auftritten bei Freestyle-Battles verschaffte sich Eminem langsam Respekt in der Szene und bekam die Möglichkeit, im Studio eines Freundes seine Demos aufzunehmen. 1996 brachte Eminem in Eigenregie das Ergebnis dieser Aufnahme-Session als sein erstes Album „Infinite“ heraus – zuerst nur auf Kassette erhältlich. Die Plattenläden hingen seine selbst entworfenen Werbeplakate nicht auf, das Album stieß auf Ignoranz.

Im Jahr 1997 erschuf Eminem sein Pseudonym „Slim Shady“ und veröffentlichte die „Slim Shady EP“. Eminem wurde von Wendy Day von der „Rap Coalition“, der er ein Exemplar von „Infinite“ gegeben hatte, zu den „Rap Olympics“ nach Los Angeles eingeladen. Eminem schaffte es im Freestyle-Wettbewerb auf Platz zwei.

Kurz darauf rappte er in der „Wake Up Show“ eines Radiosenders in L.A. Die landesweite Sendung bekam auch Top-Produzent und Ex-„NWA“-Rapper Dr. Dre zu Gehör und nahm Eminem sofort unter Vertrag. 1999 erschien die „Slim Shady LP“ und der Erfolg stellte sich ein. Das Album kletterte in den Billboard-Charts bis auf Platz zwei. Eminem wurde von den Fans vergöttert, von der Presse teils geliebt, teils zerrissen. Die Öffentlichkeit Amerikas hatte in ihm ein neues Feindbild gefunden.

Nach dem Schulmassaker von Littleton, Colorado, machten Politiker und Elternverbände Eminems gewaltverherrlichende Texte für die Bluttat verantwortlich. Auch Labelkollege Marilyn Manson und das gesamte Label Interscope wurden verdammt. Eminem und Manson galten fortan als Staatsfeinde No.1. Rückendeckung bekam Eminem allerdings von Prominenten wie Madonna.

Im Herbst 1999 wurde Eminem von seiner Mutter auf 10 Millionen Dollar Schadensersatz verklagt. Eminem soll sie in einem Interview und in einem seiner Songs als „drogenabhängige, streitsüchtige Vagabundin“ bezeichnet haben.

Im Jahr 2000 brachte Eminem das Album „The Marshall Mathers LP“ auf den Markt. Es stieg auf Platz eins der Charts und verkaufte sich allein in Amerika über acht Millionen Mal. In Neuseeland hingegen durfte das Album an Jugendliche unter 18 Jahren nicht verkauft werden. Kurz darauf verprügelte Eminem den Rapper Douglas Dail von der „Insane Clown Posse“ und zog dabei eine Schusswaffe. Er wurde zu 24 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

Im Jahr 2001 bekam Eminem drei „Grammys“ verliehen – trotz der Proteste einiger Minderheitengruppen, die gegen die diskriminierenden Texte Eminems demonstriert hatten. Er sang gemeinsam mit dem homosexuellen Elton John seinen Song „Stan“. Das Duett wurde von der Öffentlichkeit widersprüchlich verstanden: teils als Aussöhnung Eminems mit der Schwulenszene, teils als Alibi-Veranstaltung.

Wenig später sorgte Eminem erneut für negative Schlagzeilen. Die Scheidung von seiner Frau Kim und der Sorgerechtsstreit um seine Tochter Hailie Jade wurden zum Medienspektakel. Das Sorgerecht für seine Tochter wurde Eminem zugesprochen, da seine Ehefrau Kim u.a. wegen Kokainbesitzes eine Zeit lang inhaftiert war.

Eminem veröffentlichte das erste gemeinsame Album mit seiner befreundeten Hip Hop Crew „D12“ und koppelte die erfolgreiche Single „Purple Pills“ aus. Die Auskopplung musste allerdings in „Purple Hills“ umbenannt werden. Es wurde eine Verniedlichung von XTC-Pillen befürchtet.

2002 spielte Eminem die Hauptrolle in dem halb autobiographischen Film „8 Mile“. Darin verkörperte er einen weißen Rapper namens Rabbit. Die 8 Mile Road trennt das schwarze Detroit von den weißen Vororten. Im Jahr 2003 wurde er für den diesbezüglichen Film-Song (Lose Yourself) mit dem „Oscar“ ausgezeichnet. Im Oktober 2003 erhielt Eminem den „World Music Award“ in Monaco verliehen.

Eminem adoptierte die Nichte seiner Frau namens Alaina (geb. 1996) und schaffte es, nach einem jahrzehntelangen Kampf, seinen Halbbruder Nate zu sich zu holen, der in einem Kinderheim aufwuchs. Seither ist Eminem allein erziehender Vater von drei Kindern.

Im November 2004 wurde sein Album „Encore“ veröffentlicht. Bei der Echo-Verleihung im April 2005 wurde Eminem als „Künstler International Hiphop/R&B“ geehrt. Bei den „World Music Awards“ 2005 in Los Angeles wurde Eminem mit dem Preis für den „Bestverkaufenden Rap-Hip-Hop-Künstler“ ausgezeichnet. Im selben Jahr erschien sein Album „Curtain Call: The Hits“.

Eminem hat in seiner bisherigen Karriere über 68 Millionen Alben verkauft und ist somit der weltweit erfolgreichste weiße Rapper.

(Quelle: Who’s who, Wikipedia)

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