Paul Potts

paulpotts.de

Foto: paulpotts.de

Britischer Opern-Sänger

Website: paulpotts.de

Der Opern-Sänger feierte seinen Durchbruch als Kandidat der britischen Castingshow „Britain’s Got Talent“ beim Sender ITV. Dem voraus ging, neben seinem Studium der Philosophie, eine langjährige Gesangsausbildung. Nach diversen Auftritten auf Laienbühnen, legte er, nach einer Krebserkrankung (2003), zunächst sein Hobby nieder, ehe ihm 2007 der internationale Durchbruch gelang. Sein erstes Album mit dem Titel „One Chance“ folgte und wurde in zahlreichen Ländern in den Top 10 geführt. Ausschnitte der Sendung „Britain’s Got Talent“, auf Videoportalen wie YouTube, machten Potts indes weltweit populär.

Paul Potts wurde am 13. Oktober 1970 als Sohn von Yvonne, einer Supermarktkassiererin und Roland, einem Busfahrer, in der Nähe von Bristol geboren. Augewachsen ist er mit zwei Brüdern und einer Schwester in Fishponds, einem Vorort seiner Geburtsstadt. Sobald er sprechen konnte, begann er auch zu singen. „Meine Mutter erinnert sich, dass ich zur Filmmusik von ‚E.T.‘ sang und dazu mit einem Stock dirigierte“, lacht Paul. Mit elf Jahren war er bereits Mitglied einer der besten Kirchchöre in Bristol. Aber es sollte bis zu seinem sechzehnten Lebensjahr dauern, bis sich seine Liebe für die Oper bemerkbar machte. Potts sang im Chor der Chester Park Junior School sowie mehr als zehn Jahre in weiteren Kirchenchören von Bristol, unter anderem in der Christ Church.

Gemäss eigenen Angaben hat Paul Potts den Großteil seines Leben damit verbracht, sich unbedeutend zu fühlen. In der Schule wurde er gehänselt, weil er anders war. Schon bald erkannte er, dass er nur einen wirklichen Freund auf der Welt hatte: seine Stimme. Der Gesang bot ihm eine Möglichkeit, der grausamen Wirklichkeit zu entfliehen. Er schuf sich seine kleine eigene Welt, in die er sich zurückziehen konnte und in der er sich verlieren konnte. Die bösartigen Worte seiner Peiniger wurden ersetzt durch wunderschöne Texte und Melodien, die sein Herz und seinen Geist erquickten. Es war Liebe, Leidenschaft, ein Rettungsseil, das ihm auch als Erwachsener zur Verfügung stand und ihm über manche Notsituation hinweg half. Seine Begabung sollte jedoch weithin unentdeckt bleiben – das Ergebnis eines dramatischen Mangels an Selbstbewusstsein, der den hart arbeitenden und bescheidenen Mann 36 Jahre seines Lebens auf Schritt und Tritt begleitete.

Nach Abschluss der Hochschule studierte er Philosophie an der Universität Plymouth. Seine Abschlussarbeit zum Bachelor of Arts schrieb er über die Frage des Bösen und des Leidens in einer von Gott geschaffenen Welt. Das im deutschsprachigen Internet kursierende Gerücht, Potts besitze einen Doktortitel in Philosophie, geht vermutlich auf den Übersetzungsfehler zurück, „dissertation“ für eine Doktorarbeit zu halten. Seine Gesangstimme bildete Potts indes durch privat finanzierten Unterricht weiter aus.

Zwischen 1999 und 2003 trat er auf verschiedenen Laienbühnen als Tenor ohne Gage auf. Trotz diesen Auftritten, u.a. an der „Bath Opera“, hinderte ihn sein mangelndes Selbstwertgefühl und die ständige Angst vor Ablehnung daran, eine Profilaufbahn einzuschlagen. „Ich sah das so: Wenn ich nicht fragte, würde ich auch nie ein ‚Nein‘ zu hören bekommen“, sagt Paul. „Es war der einfachere Weg.“

1999 nahm er an der britischen Talentshow „My Kind of Music“ teil und gewann 8’000 £. Mit Hilfe dieses Gewinns nahm er in Norditalien Unterricht an Opernschulen unter Vilma Vernocchi und Katia Ricciarelli und wurde in die Meisterklasse aufgenommen. Für seine Ausbildung bezahlte er rund 12’000 £.

Doch schon bald sollte er einen herben Rückschlag erleben: 2003 wurde ein Blinddarmbruch bei ihm diagnostiziert. Während der Behandlung stellten die Ärzte einen gutartigen Tumor an der Nebenniere fest. Nach der erfolgreichen Operation befand er sich gerade auf dem Weg der Besserung, als er vom Fahrrad stürzte und sich das Schlüsselbein brach. „Von allen gesundheitlichen Problemen, war der Schlüsselbeinbruch das Schmerzhafteste. Es dauerte Monate, bis es verheilt war“, erinnert sich Paul. „Mir ging es wirklich sehr, sehr schlecht und das letzte, an das ich dachte, war Singen.“

Im selben Jahr, 2003, heiratete Potts die zehn Jahre jüngere Julie-Ann. Seinen Lebensunterhalt verdiente er fortan als Kassierer in einem Supermarkt. Ab 2005 wurde er als Verkäufer in einem Shop für Mobiltelefone tätig.

Am 9. Juni 2007 trat Potts, nach dreijähriger Gesangspause, in Simon Cowells britischer Castingshow „Britain’s Got Talent“ beim Sender ITV in Cardiff auf. Er interpretierte aus der Arie Nessun dorma der Oper Turandot von Giacomo Puccini. Sein erster Auftritt vor der Jury war – gelinde gesagt – seltsam. Fast entschuldigend, überhaupt anwesend zu sein, betrat Potts in seinem mittlerweile legendären 35-Pfund-Anzug die Bühne, um Simon Cowell und seinen Kollegen Amanda Holden und Piers Morgan zu verkünden, dass er nun eine Oper sänge. Keine Gedanken verschwendeten die drei in diesem Augenblick an die Möglichkeit, der zukünftige Gewinner des Wettbewerbs könnte vor ihnen stehen. Bis er den Mund öffnete und zu singen begann. Es war, wie Simon seither oft wiederholte, schlichtweg magisch. „Es war unglaublich“, pflichtet Piers bei. Und Amanda, die zu Tränen gerührt war, erklärte, Potts‘ Stimme habe Gänsehaut an ihrem ganzen Körper verursacht. „So etwas hatten wir ganz bestimmt nicht erwartet“, gibt Cowell zu.

Bei seinen weiteren Auftritten am 14. Juni 2007 und 17. Juni 2007 setzte sich Potts‘ Erfolg mit dem Hauptteil des Stückes Con te partirò (Time to Say Goodbye) von Francesco Sartori und der ungekürzten Version von Nessun Dorma fort.

Paul Potts gewann daraufhin den Wettbewerb. Am 3. Dezember 2007 wurde er eingeladen, in der Royal Variety Performance 2007 vor der britischen Königin Elisabeth II. aufzutreten. Er erhielt ferner 100’000 £ sowie einen Plattenvertrag von Sony BMG. Sein erstes Album mit dem Titel „One Chance“ folgte und wurde international in den Top 10 geführt. Ausschnitte der Sendung „Britain’s Got Talent“ auf Videoportalen wie YouTube machten Potts weltweit bekannt. Menschen überall auf der Welt, die Pauls Auftritt gesehen hatten, posteten Lobeshymnen im Internet.

„Es hat mein ganzes Leben verändert. Ich fühlte mich so klein und unbedeutend. Doch jetzt bin ich jemand – ich bin Paul Potts und dies ist, was ich tue“, grinst Paul heute. Doch keine Angst: Die Gefahr, dass der Tenor nun völlig abhebt, sind gleich Null. „Ich werde mich nicht verändern. Obwohl: Ich werde etwas Geld in meine Garderobe investierten und ein paar schönere Anzüge kaufen. Aber egal, was passiert, ich behalte das 35-Pfund-Teil. Es soll mich immer daran erinnern, wo ich einmal war und wo ich versuchen werde immer zu bleiben – lediglich besser angezogen.“

(Quellen: Who’s who, paulpotts.de)

Advertisements
Explore posts in the same categories: Biografie, SängerIn

Schlagwörter:

You can comment below, or link to this permanent URL from your own site.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: