Andrew Carnegie

Andrew CarnegieUS-amerikanischer Industrieller und Stahl-Tycoon

Der aus Schottland stammende US-amerikanische Industrielle und Stahlmagnat war ein ausgesprochener Philanthrop. Geboren als Sohn eines Webers und 1848 in die USA immigriert, avancierte er mit der „Carnegie-Steel“ zu einem der reichsten Menschen seiner Zeit. Nach seinen Prinzipien, die Andrew Carnegie 1899 in „The Gospel of Wealth“ (Das Evangelium des Reichtums) verfasste, legte er sein Vermögen, nach seinem Rückzug aus dem aktiven Geschäftsleben, in 20 Stiftungen an. Sie sind auf sozialen, wissenschaftlichen und kulturellen Gebieten unterstützend tätig. Die 1910 und 1911 gegründeten Einrichtungen für „internationalen Frieden“ und die „Carnegie Corporation of New York“ gelten als die bedeutendsten Stiftungen. Zu seinen karitativen Projekten gehörte auch die Finanzierung der weltberühmten gleichnamigen Konzerthalle in New York – die „Carnegie Hall“.

Andrew Carnegie wurde am 25. November 1835 als Sohn des Webers William T. Carnegie und Margaret Morrison, der Tochter des Schuhmachers und Gerbers Thomas Morrison, geboren. Erst mit 8 Jahren wurde er eingeschult. Seine Eltern hatten ihn selbst entscheiden lassen, wann er mit dem Schulunterricht beginnen wolle.

Cargenie wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Schließlich wurde die Erwerbssituation für Carnegies Vater schlechter, da die einsetzende Maschinisierung das Weben von Hand zunehmend unrentabel machte. 1848 wanderte die Familie nach Amerika aus und ließ sich in der Stadt Allegheny nieder, einem heutigen Stadtteil von Pittsburgh in Pennsylvania.

Schon im Alter von 13 Jahren arbeitete Carnegie als Spuler in einer Baumwollspinnerei. Dort verdiente er 1,20 US-Dollar pro Woche. Neben seinem Zwölf-Stunden-Arbeitstag lernte er an einer Abendschule.

Mit 14 Jahren wechselte Carnegie zu einem Telegraphenamt in Pittsburgh und lernte dort das Telegraphieren. Dort wurde auch der Leiter der Western Division der Pennsylvania Railroad Thomas A. Scott auf die Fähigkeiten Carnegies aufmerksam und machte ihn zu seinem Sekretär. Carnegie stieg im Unternehmen auf und erreichte die Position des Leiters des Eisenbahnbereichs Pittsburgh. Als Scott im Amerikanischen Bürgerkrieg stellvertretender Kriegsminister wurde, ging Carnegie mit ihm nach Washington, D.C. und arbeitete als seine rechte Hand. Ein Teil von Carnegies Aufgabe bestand darin, das militärische Telegraphensystem zu organisieren.

Nach Kriegsende beerbte Andrew Carnegie Thomas A. Scott als Leiter der Western Division der Pennsylvania Railroad. 1865 verließ Andrew Carnegie die Eisenbahngesellschaft, um sein eigenes Unternehmen aufzubauen. Geschickt investierte Carnegie in mehrere Unternehmen, darunter mehrere Eisenhütten und Eisenwerke. Die wichtigste Investition davon war ein 20%iger Anteil an Keystone Bridge. Bei regelmäßigen Besuchen in Großbritannien bemerkte er die schnelle Entwicklung in der Eisenindustrie. Henry Bessemers Umwandler von Roheisen in Stahl beeindruckte ihn und ihm wurde klar, dass Stahl Gusseisen in der Produktion schwerer Güter ersetzen würde. 1870 errichtete er seinen ersten Hochofen, der die von Bessemer entwickelten Ideen nutzte. 1873 errichtete Carnegie ein Stahlwerk, das er nach dem Präsidenten seines ehemaligen Arbeitgebers Pennsylvania Railroad, J. Edgar Thompson, benannte. Dies war eine geschickte Idee, denn schon kurz nach dem Bau erhielt Carnegie einen Großauftrag von eben diesem Unternehmen.

Obwohl er mehrere Partner in sein Unternehmen brachte, bestand Carnegie immer darauf, die Mehrheit an seinen Unternehmen zu halten. Diese Mehrheit behielt er auch, als er 1881 seine Firma mit der von Henry Clay Frick fusionierte. Carnegie war zuvor einer der besten Kunden des Koksproduzenten Frick und erzielte durch die Fusion eine lohnende vertikale Integration der beiden Unternehmen.

1889 zog sich Carnegie aus dem operativen Geschäft zurück und überließ die Führung seinem Geschäftspartner Henry Clay Frick. Zu dieser Zeit bestand die Firma aus mehreren Stahlwerken und Hochöfen im Raum Pittsburgh. Frick fasste 1892 alle Geschäftsteile in der Carnegie Steel Company zusammen. Das Unternehmen war zu dieser Zeit das größte Stahlunternehmen der Welt. Um die Gewinne zu erhöhen, senkte Frick die Löhne der Arbeiter. Daraufhin bestreikten die Arbeiter, angeführt durch die Gewerkschaft Amalgamated Iron and Steel Workers Union, das Werk in Homestead. Während Carnegie sich in Schottland aufhielt, eskalierte der Konflikt, als Frick 300 Streikbrecher in das Werk bringen ließ. In dem bewaffneten Kampf starben zehn Menschen und 60 weitere wurden verletzt, bis der Gouverneur das Kriegsrecht über Homestead verhängte. Carnegie war erbost über Frick, da dieser Carnegies Anweisung, keine Streikbrecher einzusetzen, missachtete. Öffentlich kritisierte Carnegie Frick aber nicht und musste so persönlich die Verantwortung für die Vorfälle übernehmen.

Weitere Konflikte zwischen Frick und Carnegie führten dazu, dass 1899 Carnegie Frick für 15 Millionen US-Dollar dessen Unternehmensanteil abkaufte.

Als Carnegie sich 1901 zur Ruhe setzte, konnte er sein Unternehmen für 400 Millionen US-Dollar an den Bankier John Pierpont Morgan verkaufen. Dieser und Elbert H. Gary gründeten 1901 die Firma US Steel durch die Fusion der Stahlproduktionsstätten Carnegies mit ihren eigenen, die in der Federal Steel Company lagen. Cargnie war zu diesem Zeitpunkt im Besitz des weltweit größten privaten Handelsvermögens. Er ließ es von seiner eigenen Bank in Hoboken im US-Bundesstaat Jersey anlegen und verwalten. Nach seinem Rückzug aus dem aktiven Geschäftsleben wandelte sich der überaus erfolgreiche Unternehmer und Geschäftsmann in eine philanthropische Persönlichkeit.

In den Jahren zwischen 1901 und 1914 gründete er über 20 Stiftungen, in die er über 350 Millionen Dollar einfließen ließ. Sie betätigten sich auf wissenschaftlichen, sozialen und kulturellen Gebieten zum Wohl der Menschen. So nahm er beispielsweise die mutigen und selbstlosen Rettungstaten von zwei Männern bei einem Minenunglück im Jahr 1904 in Harwick, Pittsburgh, zum Anlass, in elf Ländern Stiftungen zur Auszeichnung mutig und mitmenschlich handelnder Menschen zu gründen.

Im Jahr 1889 erschien sein Buch mit dem Titel „The Gospel of Wealth“ (Das Evangelium des Reichtums). Darin schrieb er den für sein karitatives Handeln charakteristischen Satz nieder: „Jegliches Vermögen, das über die persönlichen und familiären Bedürfnisse hinausgeht, sollte treuhänderisch verwaltet zum Wohl der Allgemeinheit eingesetzt werden.“

Darin spiegelt sich seine Meinung wieder, dass die Reichen auch eine soziale Verantwortung für die Mittellosen zu tragen haben. Obwohl im zeitgenössischen Amerika die Gründungen von Stiftungen reicher Persönlichkeiten üblich waren, waren Carnegies Überzeugungsäußerungen hinsichtlich der sozialen Verantwortung einmalig. 1902 stiftete er weitere zehn Millionen US-Dollar für wissenschaftliche Zwecke. Diese Spende ließ die Carnegie Institution of Washington entstehen.

Das Carnegie Institute of Technology (heutiger Name Carnegie Mellon University nach der Fusion mit dem Mellon Institute) wurde 1900 mit einer Zehn-Millionen-Dollar-Spende von Andrew Carnegie gegründet. Die 1910 und 1911 gegründeten Einrichtungen für „internationalen Frieden“ und die „Carnegie Corporation of New York“ gelten als die bedeutendsten Stiftungen.

Nach ihm ist auch die weltberühmte Kunsthalle in New York, die er aus seinen Mitteln finanzierte, benannt – die Carnegie Hall. Sie wurde im Jahr 1891 eröffnet. Mit einem Startkapital von 125 Millionen US-Dollar, das den Großteil seines verbliebenen Vermögens darstellte, gründete Andrew Carnegie 1911 die gemeinnützige Stiftung „Carnegie Corporation of New York“. Es war die letzte Stiftung, die Carnegie gründete, um das verbliebene Vermögen für die Förderung seiner philanthropischen Ziele zu verwalten.

Die Stiftung, die Carnegie bis zu seinem Tode im Jahr 1919 als ihr Präsident leitete, ist bis heute aktiv und hat seit ihrer Gründung 1,35 Milliarden US-Dollar an Zuwendungen vergeben.

Andrew Carnegie starb am 11. August 1919 dreiundachtzigjährig in Lennox im US-Bundesstaat Massachusetts.

(Quelle: Who’s who, Wikipedia)

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